Patienten-Infos

Allgemeine Informationen

In der Nuklearmedizin werden radioaktive Isotope bzw. radioaktiv markierte Verbindungen  (Radiopharmaka) für Diagnose oder Therapie eingesetzt. Die Untersuchungen werden als Szintigraphie (aus dem griechischen „Lichtblitz“ und „schreiben“ abgeleitet) bezeichnet. Im Vordergrund steht in der Nuklearmedizin die Funktionsbeurteilung von Organsystemen und Geweben. Andere bildgebende Verfahren wie z.B. Röntgen, CT, MRT oder Ultraschall liefern dagegen vorwiegend morphologische (strukturelle) Informationen. Somit ist die Nuklearmedizin kein konkurrierendes sondern viel mehr ein ergänzendes Verfahren im Rahmen der Diagnosefindung. 

Die radioaktive Substanz wird meist in eine Armvene injiziert. Je nach Untersuchung werden nach einer Wartezeit die Bilder angefertigt. Während der Aufnahme liegen Sie auf einer Untersuchungsliege oder Sie sitzen vor dem Aufnahmegerät, der Gammakamera. Diese wird möglichst nahe an Ihrem Körper positioniert, um eine detailgenaue Abbildung und geringe Strahlungsdosen zu ermöglichen. Platzangst spielt in der Regel keine Rolle, da es sich nicht um geschlossene Röhren handelt und Begleitpersonen oder Untersuchungspersonal während der Aufnahmen bei Ihnen sind. Sie dürfen Ihre Kleidung anbehalten, nur metallische Gegenstände (Kette,Gürtel usw.) sind abzulegen.

Nein. Die Strahlenexposition durch die Untersuchungen ist sehr gering. Sie ist meistens geringer als die von vergleichbaren Röntgenuntersuchungen. Die radioaktiven Substanzen sind nicht giftig und haben keine Nebenwirkungen, wie sie z.B. bei Kontrastmitteln auftreten können.

Nein. Sie bemerken nur den Stich der Injektionsnadel. Es gibt in der Regel keine allergischen Reaktionen, keine Nebenwirkungen wie Übelkeit, Wärmegefühl, Kreislaufprobleme. Auch Auto fahren oder zur Arbeit gehen können Sie im Anschluss an die Untersuchungen ohne Bedenken.

Normalerweise ist hier nichts zu beachten. Sie können so viel essen und trinken wie gewöhnlich. Bei bestimmten Untersuchungen (z.B. Knochenszintigramm, Nierenuntersuchungen) sollen Sie sogar möglichst viel Flüssigkeit zu sich nehmen.  Medikamente müssen vor der Untersuchung nicht abgesetzt werden; falls dies doch nötig ist (Herzszintigraphie) werden Sie im Rahmen Ihrer Anmeldung vorher darüber informiert.

Die Dauer der Untersuchungen variiert sehr stark. Da Funktion abgebildet wird, muss entsprechend dem biologischen Verhalten der Untersuchungssubstanz im zu beurteilenden Organ oder Gewebe eine unterschiedliche Warte- und Aufnahmezeit gewählt werden. Das dauert je nach Untersuchung Minuten bis mehrere Stunden, die Sie jedoch nicht unbedingt in der Praxis bzw. deren Warteraum verbringen müssen. Es kann deshalb sein, dass Patienten, die nach Ihnen gekommen sind, vor Ihnen fertig werden.

Bitte informieren Sie uns, wenn eine Schwangerschaft vorliegt oder Sie eine solche vermuten. Bitte teilen Sie uns dies mit, bevor das radioaktive Arzneimittel verabreicht wird, damit wir im Einzelfall entscheiden können, ob die Untersuchung mit einer anderen Methode durchführbar ist, da radioaktive Substanzen auch das ungeborene Kind, welches eine höhere Strahlenempfindlichkeit hat, erreichen können. Gleiches gilt für die Stillzeit. 

Ja. Da die Aufnahmegeräte hochempfindlich sind, können wir hier mit noch geringeren Mengen von radioaktiver Strahlung auskommen und damit die Strahlenbelastung noch niedriger halten.

Skelettszintigraphie

Staging von Tumorerkrankungen mit möglichen osteoplastischen Metastasen

(Mammakarzinom, Prostatakarzinom, Urogenitalkarzinome, Colonkarzinom, Broncialkarzinom) 

Knochentumore 

Entzündliche Knochen- und Gelenkerkrankungen 

Unklare Skelettschmerzen, z.B. Verdacht auf Stressfrakturen 

Rheumatische Erkrankungen 

Diagnostik zur Abklärung einer Synovialitis 

Schwangerschaft, Stillperiode 

3,5 Stunden

Keine. Gut wäre, wenn Sie zwischen den Früh- und Spätaufnahmen sowie im weiteren Tagesverlauf  viel trinken, da die überschüssige Untersuchungssubstanz über die Nieren ausgeschieden wird

Entzündungs-szintigraphie

Fieber unklarer Genese (FUO)

Nosokomiales Fieber, okkulte Sepsis oder FUO nach Operationen innerhalb der letzten 6 Monate 

Osteomyelitis peripherer unverletzter Knochen (akute Form, unverletzter Knochen)

Osteomyelitis peripherer Knochen (posttraumatische und postoperative Situation; chronische Verlaufsformen, Z.n Knie- und Hüft-TEP) 

Gefäßprotheseninfektion 

Endokarditis 

Appendizitis

Schwangerschaft und Stillzeit

36 Stunden. Erste Aufnahmen 4 Stunden nach Applikation des Radiopharmazeutikums (ca. 1 Stunde), Spätaufnahmen nach 24 Stunden (ca. 15 Minuten)

Keine.

Lungenszintigraphie

Nachweis oder der Ausschluss einer Lungenembolie

Voraussage der postoperativen Lungenfunktion

Nachweis und Quantifizierung des Rechts-links-Shunts

Diagnose und Differenzierung angeborener Anomalien der Lungen.

Strenge Indikationsstellung in Schwangerschaft und Stillzeit. Ggf. Verzicht auf die Ventilationsuntersuchung und Durchführung der Perfusionsuntersuchung mit reduzierter Aktivität.

45 Minuten

Keine. Bei schwerer Obstruktion evtl. Gabe eines Bronchodilatators vor Untersuchungsbeginn.

Schilddrüsen-
untersuchung

Verdacht auf Schilddrüsenfehlfunktion

Struma (Schilddrüsenvergrösserung)

Herdbefunde, Knoten  

Hyper- und Hypothyreosen 

Immunthyreoiditiden 

Verlaufskontrolle nach Radiojodtherapie, schilddrüsenkarzinom

Schwangerschaft, Stillperiode

30 – 60 min, je nachdem, ob eine Szintigraphie notwendig ist 

Keine. Wenn Sie Schilddrüsenmedikamente einnehmen, tun Sie das auch am Untersuchungstag.

Nebenschilddrüsen-untersuchung

Lokalisation von Nebenschilddrüsenadenomen bei primärem Hyperparathyreoidismus.

Schwangerschaft aufgrund der Strahlenexposition, sonst keine.

3 – 4 Stunden.

Eine spezielle Vorbereitung ist für die Untersuchung nicht erforderlich. 

Dynamische Nierenszintigraphie (MAG-3)

Beurteilung der seitengetrennten Funktion der Nieren

Teilfunktion von Doppelnieren

Abflußverhältnisse

Vesikoureteraler Reflux

Renovaskuläre Hypertonie

Verlaufskontrolle (operativ versorgter) Obstruktionen

Vor Nierenlebendspende

Bestimmung der Gesamtclearance

Nachwweis/Ausschluß Urinleckage

Notfalldiagnostik bei Verdacht auf Nierentrauma und Anurie zur Differenzierung Nierenembolie/Harnaufstau

Beurteilung von Transplantatnierenfunktion

Strenge Indikationsstellung in der Schwangerschaft und Stillzeit

Wiederholungsuntersuchung innerhalb von 3 Monaten 

Deutlich eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin >3 mg/dl)

1 Stunde

Ausreichend trinken! Idealerweise 10 ml/kg Körpergewicht 30-60 min vor Untersuchungsbeginn

Herz- (Myokard)szintigraphie

Nachweis/Ausschluss einer Ischämie oder Narbe 

Nachweis/Ausschluss einer funktionellen Bedeutung nachgewiesener Koronarläsionen 

Nachweis myokardialer Vitalität 

Festlegung/Bestätigung durch Arzt 

Schwangerschaft, Stillperiode 

Belastbarkeit bei frischem Infarkt eingeschränkt 

Insgesamt ca. 4-5 Stunden (Belastungs- und Ruheuntersuchung). Zwischen Belastung und den Aufnahmen jeweils längere Pausen, in denen Sie die Praxis auch verlassen können

Absetzen von Nitrat-Medikamenten und Betablockern, 

Am Untersuchungstag kein Koffein, kein Tee, keine Schokolade  

Bei Ruheuntersuchung körperliche Belastungen vermeiden 

Bringen Sie bitte alle befundrelevanten Untersuchungsergebnisse mit 

PET-CT

Die Erkennung, das Staging und Re-Staging von Tumorerkrankungen sowie die Überprüfung des Ansprechens auf Therapien bei vielen Tumorerkrankungen

Entzündungsdiagnostik bei Fieber unklarer Genese (FUO), Prothesen, Implantaten, Kathetern, künstlichen Herzklappen. Fokussuche und Ausbreitungsbeurteilung

Beurteilung von Herzmuskelvitalität vor eventueller Bypass-Operation

Diagnostik und Verlaufsbeurteilung neurodegenerativer Erkrankungen

Strenge Indikationsstellung in Schwangerschaft und Stillzeit

2 – 3 Stunden

Ziel der Patientenvorbereitung ist die Reduktion der Traceraufnahme im Normalgewebe (z. B. Herzmuskel, Skelettmuskulatur) bei Erhaltung der Traceraufnahme in den Zielgewebsstrukturen (Tumorgewebe) 6 Stunden vor der Applikation von FDG nicht essen und keine Getränke zu sich nehmen (ausgenommen Wasser)

Vor der Injektion von FDG:

Der Blutzuckerspiegel sollte möglichst < 130 mg/dl liegen. Falls Sie Diabetiker(in) sind, sorgen Sie für einen guten Nüchternblutzucker, besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Hausarzt oder Diabetologen

Für eine Untersuchung des Gehirns erfolgt die FDG-Injektion beim liegenden Patienten in einem stillen und abgedunkelten Raum, in dem der Patient nach der Injektion bis zum Start der PET/CT-Untersuchung auch verbleibt

Für die FDG-Injektion sollte der Patient für und während der Verteilungsphase ruhig und entspannt sitzen oder liegen ohne zu sprechen, um eine erhöhte muskuläre Aufnahme zu vermeiden.

Radiosynoviorthese

Therapierefraktäre Synovialitis des Kniegelenks z.B. bei:

Psoriasisarthropathie, 

Aktivierter Arthrose, 

Rheumatoider Arthritis trotz ausreichender Basistherapie, 

Kristallarthropathie, 

Villonodulärer Synovitis, 

Arthropathie bei Hämophilie. 

Zustand nach arthroskopischer Synovektomie Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sollte eine sechsmonatige konservative Therapie der Radiosynoviorthese vorausgehen. 

Schwangerschaft und Stillperiode 

Hämarthros (Bluterguß in einem Gelenk) 

Infektion in der Nähe der Injektionsstelle 

Rupturierte Baker-Zyste

Weitgehende Gelenkinstabilität mit Knochendestruktion  

Weitgehende Gelenkinstabilität mit Knochendestruktion

je nach Gelenk zwischen 30 und 90 Minuten

Vorbesprechung mit Aufklärung über Indikationen, Nutzen, Durchführung und Risiken.

Dokumentation der Vorbefunde (3-Phasen-Skelett-Szintigraphie, Sonographie, MRT, OP-Berichte. Organisation der Ruhigstellung des Kniegelenks nach der Behandlung für mindestens 48 Stunden (in der Regel kurzstationärer Aufenthalt, ggf. Transport nach Hause, Betreuung zu Hause, Gehstützen für den Toilettengang, Thromboseprophylaxe). Bei Antikoagulation (Blutgerinnungshemmung) Besprechung der Therapieumstellung